Herzinsuffizienz

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Das Thema in 30 Sekunden

  • Eine Herzinsuffizienz ist eine Erkrankung, die durch eine eingeschränkte Pumpfunktion des Herzens gekennzeichnet ist. Sie kann chronisch verlaufen oder akut auftreten.
  • Herzinsuffizienz-Symptome reichen von Atemnot und Müdigkeit bis zu Wassereinlagerungen in Beinen oder Lunge.
  • Herzinsuffizienz-Ursachen sind häufig Bluthochdruck, Herzinfarkt oder koronare Herzkrankheit.
  • Die Behandlung erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus medikamentöser Therapie und Lebensstiländerung, je nach Befund auch mit speziellen Geräten wie Herzschrittmacher, Defibrillator oder ggf. Operation, z. B. Bypass- oder Herzklappen-Operation.
  • Eine frühe Diagnose und konsequente Therapie können Prognose, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität deutlich verbessern.

Was ist eine Herzinsuffizienz?

Bei einer Herzinsuffizienz (auch Herzschwäche oder Herzmuskelschwäche) ist die Pumpfunktion des Herzens so eingeschränkt, dass Organe und Gewebe nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt werden. Vier Millionen Menschen sind hierzulande von der zumeist chronischen Erkrankung betroffen. Allein im Jahr 2024 verstarben in Deutschland 37.633 Menschen an einer Herzinsuffizienz.1 Eine frühzeitige Diagnose und eine individuell angepasste, moderne Kombinationstherapie können das Risiko für Krankenhausaufenthalte und vorzeitigen Tod deutlich senken.

 

Welche Formen und Stadien der Herzinsuffizienz gibt es?

Die Medizin ordnet die Herzinsuffizienz nach Symptomschwere, Art der Störung und Ejektionsfraktion („Auswurffraktion“) ein. Der Gesamtbefund ist maßgeblich für die Therapieentscheidungen und die Auswahl der Medikamente.

Welche Symptome treten bei einer Herzinsuffizienz auf?

Im frühen Stadium verursacht die Erkrankung oft kaum Beschwerden. Mit zunehmender Ausprägung kann es dann zu den für die Betroffenen belastenden Herzinsuffizienz-Symptomen kommen – zunächst bei Belastung, später auch in Ruhe.

Wie entsteht eine Herzinsuffizienz?

Meist entwickelt sich eine Herzinsuffizienz über viele Jahre als Folge anderer Herz-Kreislauf‑Erkrankungen. Die folgenden Krankheiten und Risikofaktoren können im Zusammenspiel den Herzmuskel überlasten oder schädigen und so dazu führen, dass sich seine Pumpleistung nach und nach verschlechtert.

Wie wird eine Herzinsuffizienz diagnostiziert?

Die Diagnose einer Herzinsuffizienz stützt sich auf die berichteten Beschwerden, eine körperliche Untersuchung, Laborwerte und moderne Bildgebung. Sie bilden die Basis für die Beurteilung und Einordnung der Schwere der Erkrankung.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung hat mehrere Ziele: Symptome verringern, die Belastbarkeit und Lebensqualität verbessern und das Risiko für Krankenhausaufenthalte und Folgekomplikationen senken. Welche Bausteine sinnvoll sind, hängt unter anderem davon ab, wie gut die linke Herzkammer pumpen kann (Ejektionsfraktion) und welche Begleiterkrankungen vorliegen.

Welche Lebenserwartung haben Herzinsuffizienz-Patienten?

Bei Herzinsuffizienz hängt die Lebenserwartung von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel von der Ursache, davon wie sehr das Herz bereits geschwächt ist, und von Begleiterkrankungen. In einer Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie werden als grobe Orientierungswerte Überlebensraten von 50 Prozent nach fünf Jahren und 10 Prozent nach zehn Jahren genannt.4 Diese Zahlen beziehen sich auf größere Patientengruppen und lassen sich nicht eins zu eins auf den einzelnen Menschen übertragen. Viele Betroffene sind bei Diagnosestellung bereits älter und das Alter beeinflusst das Sterberisiko zusätzlich.

Interessant sind die Ergebnisse der MyoVasc Studie. Sie hat ermittelt, dass eine niedrigere gesundheitsbezogene Lebensqualität mit einer höheren Gesamtsterblichkeit und einer höheren Sterblichkeit durch Herzerkrankungen verbunden ist. Das unterstreicht, dass neben Medikamenten auch Beschwerden im Alltag, Belastbarkeit und psychische Belastungen früh erkannt und mitbehandelt werden sollten.5


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Wie kann man einer Herzinsuffizienz vorbeugen?

Eine Herzinsuffizienz entsteht häufig über Jahre, oft durch dauerhaft erhöhte Belastung des Herzens oder durch Erkrankungen der Herzkranzgefäße und Herzklappen. Nicht jede Herzinsuffizienz lässt sich verhindern, aber das Risiko kann deutlich gesenkt werden, wenn typische Auslöser früh erkannt und behandelt werden.

  • Bluthochdruck behandeln lassen, weil er das Herz langfristig überlastet.
  • Blutfette senken, falls erhöht, um das Risiko für Arteriosklerose und koronare Herzkrankheit zu reduzieren.
  • Diabetes gut einstellen, um Gefäße und Herz zu schützen.
  • Regelmäßig körperlich aktiv sein, angepasst an die eigene Belastbarkeit.
  • Gewicht reduzieren, falls Übergewicht besteht, weil es Blutdruck und Stoffwechsel belastet.
  • Nicht rauchen und Alkohol nur maßvoll
  • Regelmäßige Kontrollen wahrnehmen, besonders bei Risikofaktoren oder wenn neue Beschwerden auftreten.

 

Woran erkennt man eine gute Klinik bei einer Herzinsuffizienz?

Eine gute Klinik hat klare Abläufe für die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit einer chronischen Herzinsuffizienz und bei akuter Verschlechterung. Bei chronisch Erkrankten steht eine leitliniengerechte Einstellung der Medikamente, Patientenschulung und eine gut organisierte Nachsorge im Vordergrund, damit sich Beschwerden nicht verschlechtern und erneute Krankenhausaufenthalte möglichst vermieden werden. Bei akuter Atemnot oder rascher Verschlechterung ist eine schnelle ärztliche Behandlung überlebenswichtig.

Entscheidend ist also, dass die kardiologische Abteilung der Klinik eine strukturierte Diagnostik und Therapie der Herzinsuffizienz beherrscht und bei Bedarf rasch eskalieren oder verlegen kann, zum Beispiel bei schwerer Entgleisung, Rhythmusstörungen oder wenn eine invasive Behandlung nötig wird. Ein Qualitätsmerkmal ist eine spezialisierte Einheit oder eine Anbindung an eine Heart Failure Unit und ein verlässliches Netzwerk mit Herz- und Gefäßzentren, damit auch komplexe Verfahren bei Bedarf ohne Zeitverlust verfügbar sind.

 

FAQs „Herzinsuffizienz“

 

Quellenliste

1 DESTATIS Statistisches Bundesamt: „Häufigste Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen 2024“, Stand: 15. Oktober 2025, https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/sterbefaelle-herz-kreislauf-erkrankungen-insgesamt.html  (Datum des Zugriffs: 27.01.2026)

2  Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK): „Gebrochenes Herz: körperlicher Stress ist Risikofaktor”, 02.06.2017, https://dzhk.de/newsroom/aktuelles/news/artikel/gebrochenes-herz-koerperlicher-stress-ist-risikofaktor, (Datum des Zugriffs: 27.01.2026)

3 Chyou, J.Y., Qin, H., Butler, J. et al. Sex-related similarities and differences in responses to heart failure therapies. Nat Rev Cardiol 21, 498–516 (2024). https://doi.org/10.1038/s41569-024-00996-1, (Datum des Zugriffs: 27.01.2026)

4 Ghaemi, J., Michach, M..: „Gesundheitsbezogene Lebensqualität bei Herzinsuffizienz – Ergebnisse aus der MyoVasc Studie“, Pressemitteilung vom 12. April 2023 der DGK. Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V., https://dgk.org/pressemitteilungen/2023-jahrestagung/2023-jt-wiss-pm/gesundheitsbezogene-lebensqualitaet-bei-herzinsuffizienz-ergebnisse-aus-der-myovasc-studie/ (Datum des Zugriffs: 27.01.2026)

5 Ebd.