Bei einem implantierbaren Defibrillator spricht man auch von einem implantierbaren Kardioverter-Defibrillator oder ICD (Abkürzung für englisch: implantable cardioverter defibrillator). Hierbei handelt es sich um einen Defi im Mini-Format.



Bei einem Defibrillator handelt es sich um ein medizinisches Gerät, mit dessen Hilfe kontrollierte Stromstöße abgegeben werden können. Diese werden beispielsweise zur Wiederbelebung bei einem plötzlichen Herzstillstand genutzt, um das Herz durch den elektrischen Impuls wieder zum Schlagen zu bringen. Im Jahr 2020 wurden deutschlandweit insgesamt mehr als 21.000 ICD-Operationen durchgeführt1.
In Frage kommt die Implantation des Geräts vor allem für Menschen mit Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen. Letztere können so intensiv werden, dass sich aus ihnen ein Kammerflimmern entwickelt und der plötzliche Herztod eintritt. Dabei pumpt der Herzmuskel derart schnell, dass er sich nicht mit Blut füllen kann. Unbehandelt kann Kammerflimmern innerhalb weniger Minuten zum Tode führen. Kammerflimmern tritt häufig in Verbindung mit einem Herzinfarkt auf2.
Ob und wann ein Defibrillator eingesetzt werden sollte, besprechen Patienten individuell mit ihrem behandelnden Kardiologen. Grundsätzlich sind mehrere Szenarien denkbar, bei denen eine Defibrillator-OP angemessen sein kann3,4:
Erfolgt das Einsetzen des Defibrillators ambulant oder stationär?Der Eingriff erfolgt minimal-invasiv – eine Defibrillator-OP am offenen Herzen ist nicht erforderlich. Trotzdem handelt es sich bei der Operation um einen Eingriff, der meist nicht ambulant durchgeführt werden sollte. Patienten verweilen nach der Implantation meist für 24 bis 48 Stunden in der Klinik, damit auf mögliche Komplikationen sofort reagiert werden kann.

Genauso wie das Einsetzen eines Herzschrittmachers ist auch die Implantation eines Defis heute als Standardeingriff zu bewerten. Den Defibrillator einzusetzen, dauert normalerweise nicht länger als 90 Minuten. Eine Vollnarkose ist nicht erforderlich. Die genauen Einzelheiten besprechen Patienten mit ihrem behandelnden Arzt. Dieser setzt nicht nur die optimale Narkoseart fest, sondern erklärt auch ausführlich, wie man sich vor und nach dem Eingriff verhalten sollte.
In den ersten Tagen, nachdem der ICD implantiert wurde, sollten Patienten die Wunde regelmäßig vom Arzt kontrollieren lassen. Zudem ist nach mehreren Wochen eine Kontrolle in der Klinik erforderlich, in welcher der Kardioverter-Defibrillator implantiert wurde. Alle drei Monate ist außerdem ein Besuch bei einem niedergelassenen Arzt (Kardiologen) empfehlenswert. Dieser überprüft die Funktionsfähigkeit des Geräts. Überdies muss das Aggregat alle drei bis fünf Jahre ausgetauscht werden. Hierbei können die Elektroden meist im Körper verbleiben.
Die meisten Kliniken, die einen Herzschrittmacher einsetzen, führen auch Defibrillator-OPs durch. Entscheidend ist, dass das jeweilige Krankenhaus über eine erfahrene Abteilung für Kardiologie mit entsprechendem Fachpersonal verfügt. Die Behandlung in einer Fachklinik, wie zum Beispiel einem Herzzentrum oder einer spezialisierten Kardiologie-Klinik, ist normalerweise nicht erforderlich.
1 Markewitz, Andreas et al. „Jahresbericht 2020 des Deutschen Herzschrittmacher- und Defibrillator-Registers“, 2. Teil, Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG), Berlin, S. 4, https://pacemaker-register.de/wp-content/uploads/Jahresbericht-2020-des-Deutschen-Herzschrittmacher-und-Defibrillatorregister-Teil-2-Implantierbare-Cardioverter-Defibrillatoren-ICD.pdf (Datum des Zugriffs: 22.03.2023)
2 Haverkamp, Wilhelm et al. „Kammerflimmern“, In: Moderne Herzrhythmustherapie, 2003, Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart, S. 241, DOI: 10.1055/b-0034-5251,https://www.thieme-connect.de/products/ebooks/lookinside/10.1055/b-0034-5251 (Datum es Zugriffs: 27.03.2023)
3 BAO Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V., „Einpflanzung eines automatischen implantierbaren Kardio-Defibrillators (AICD)“,https://www.operieren.de/e3224/e10/e6846/e6851/e7557/ (Datum des Zugriffs: 27.03.2023)
4 Deutsche Herzstiftung e.V. „Wenn das Herz aus dem Takt kommt: Alles über implantierbare Defibrillatoren“,https://www.herzstiftung.de/infos-zu-herzerkrankungen/herzrhythmusstoerungen/herzschrittmacher-und-defibrillatoren/defibrillatoren (Datum des Zugriffs: 27.03.2023)
Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen