Wie wird ein Herzinfarkt diagnostiziert?
Die Diagnose eines Myokardinfarktes erfolgt durch die Messung der Herzstromkurve (Elektrokardiogramm, EKG) und die Blutuntersuchung. Mittels EKG können Ort, Zeitpunkt und Art des Herzinfarktes näher bestimmt werden. Beim Herzanfall steigt außerdem der Wert bestimmter Enzyme im Blut. Zur Diagnose tragen auch die körperliche Untersuchung und das Abhören mit dem Stethoskop bei, die Katheteruntersuchung des Herzens mithilfe eines Kontrastmittels (Koronarangiografie), eine Ultraschalluntersuchung (Echokardiografie), bei Bedarf auch eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT).

Wie wird ein Herzinfarkt behandelt?
Ziel ist die Wiederherstellung der Durchblutung (Revaskularisation) der Herzmuskulatur. Je eher dies geschieht, desto größer ist die Chance, den Herzanfall zu begrenzen sowie Komplikationen und dauerhafte Folgen der Herzmuskel-Mangeldurchblutung zu verhindern. Mittels Herzkatheter kann der Infarktort bestimmt und aufgesucht werden. Mit ihm erfolgt auch die Weitung (Dilatation) des Gefäßes und ggf. der Einsatz einer Gefäßstütze (Stent). Alternativ kann ein Blutpfropf durch Lyse-Therapie aufgelöst werden5. Patienten erhalten blutverdünnende Medikamente und werden intensivmedizinisch überwacht.
Herzinfarkt: Wie sind die Heilungschancen?
Entscheidend ist der Zeitpunkt des Therapiebeginns nach dem Auftreten der Herzinfarkt-Symptome. Dabei zählt jede Minute. In einem Zeitfenster von 2-3 Stunden kann das Absterben des Herzmuskels weitestgehend aufgehalten werden. 6 Stunden nach Beginn des Infarkts ist dies noch teilweise möglich, nach 24 Stunden ist es zu spät. Die individuelle Prognose des Patienten hängt auch von der Größe des Infarkts und möglichen Komplikationen ab.
Welche Maßnahmen zur Früherkennung und Vorbeugung stehen zur Verfügung?
Um das Herzinfarkt-Risiko zu senken, sind regelmäßige Check-ups wichtig. So kann man Risikofaktoren erkennen, reduzieren und ggf. medikamentös behandeln. Dies gilt vor allem bei Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen (erhöhtem LDL-Cholesterin) und erblicher Vorbelastung. Patienten mit Atherosklerose, koronarer Herzerkrankung, peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) oder früherem Myokardinfarkt sollten sich regelmäßig fachärztlich untersuchen lassen. Zur Vorbeugung sollten Männer und Frauen Zigaretten und Stress meiden, sich regelmäßig bewegen und gesund ernähren.

Woran erkennt man eine gute Klinik bei einem Herzinfarkt?
Eine gute Herzinfarkt-Klinik verfügt über ein eigenes Katheterlabor, in dem Patienten mit Gefäßverschluss jederzeit optimal behandelt werden können. Kliniken mit spezieller Chest Pain Unit (CPU) verfügen über die entsprechende Ausstattung und geschultes, erfahrenes Personal. Die CPU ist eine kardiologische Spezialabteilung für die Diagnose, Therapie und medizinische Versorgung bei akuten Brustschmerz-Symptomen. Eine empfehlenswerte Klinik kann die Herzkatheter-Behandlung innerhalb von 60 Minuten gewährleisten und hat umfangreiche Erfahrungen mit Herzinfarkt-Patienten.
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