Herzrhythmusstörungen

Bei konkreten Fragen und Anliegen wenden Sie sich bitte an die

Herzrhythmusstörungen in 30 Sekunden

  • Herzrhythmusstörungen sind zu langsamer, zu schneller oder unregelmäßiger Herzschlag.
  • Schwerwiegende Arrhythmien können zu Schlaganfällen, Herzinsuffizienz oder plötzlichem Herztod führen.
  • Manche Rhythmusstörungen sind jedoch harmlos und nicht behandlungsbedürftig.
  • Eine ärztliche Abklärung beim Kardiologen ist sinnvoll, um zu ermitteln, ob es sich um eine vermeintlich harmlose Herzrhythmusstörung oder eine ernste Herzerkrankung handelt.
  • Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.

 

Was sind Herzrhythmusstörungen?

Von Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) spricht man bei einer auffällig von der Norm abweichenden Herzschlagfolge. Der Herzschlag ist entweder verlangsamt, beschleunigt oder unregelmäßig. Herzrasen oder Herzstolpern sind typische Formen von Herzrhythmusstörungen. Diese sind nicht immer gefährlich, können aber potenziell lebensgefährlich sein – vor allem beim Auftreten von sogenanntem Kammerflimmern.

Ist Herzstolpern gefährlich?

Vereinzelt auftretende ventrikuläre Extrasystolen (Zusatzschläge) sind bei gesunden Menschen keine Seltenheit und oftmals auch nicht gefährlich. Anders sieht es dagegen bei der häufigen Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern aus: Der chronisch erhöhte Herzschlag ist zumeist zwar nicht per se gefährlich, kann aber das Schlaganfallrisiko erhöhen.

Bei Symptomen ist daher eine ärztliche Abklärung empfohlen. Allein im Jahr 2020 starben mehr als 27.000 Menschen in Deutschland aufgrund einer Herzrhythmusstörung, wobei Frauen häufiger betroffen waren als Männer1. Insgesamt werden jährlich rund 400.000 Patienten mit Arrhythmien stationär behandelt 2.

 

Welche Arten von Herzrhythmusstörungen gibt es?

Das menschliche Herz schlägt normalerweise in einem relativ gleichmäßigen Rhythmus mit etwa 60 bis 100 Schlägen pro Minute. Bei Herzrhythmusstörungen ist der Herzschlag entweder deutlich beschleunigt oder verlangsamt. Er kann aber auch unregelmäßig oder durch Extraschläge (Extrasystolen) gekennzeichnet sein. Besteht der Verdacht einer Störung des Herzrhythmus sollte also genau bestimmt werden, welche Art von Arrhythmie vorliegt.


Bei konkreten Fragen und Anliegen wenden Sie sich bitte an die

Wie werden Herzrhythmusstörungen unterschieden bzw. eingeteilt?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Herzrhythmusstörungen in Gruppen bzw. nach Arten zu unterteilen. In der Regel erfolgt die Unterscheidung nach dem Bereich, in dem sie entstehen, also im Vorhof (supraventrikuläre Rhythmusstörungen) oder in der Herzkammer (ventrikuläre Herzrhythmusstörungen).

Als zusätzliches Kriterium wird zur Unterteilung die Art, wie sich die Herzfrequenz verändert, hinzugezogen: So gibt es bradykarde Herzrhythmusstörungen (unter 60 Schlägen/Minute) und tachykarde Herzrhythmusstörungen (über 100 Schläge/Minute). Auch die Regelmäßigkeit im Auftreten wird zur Einteilung genutzt. Herzrhythmusstörungen lassen sich wie folgt unterteilen3:

Wie erkennt man ernste Herzrhythmusstörungen?

Rhythmusstörungen verursachen nicht immer Symptome. Häufig kommt es vor, dass das eigene Herz zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig schlägt, ohne dass der Betroffene es überhaupt bemerkt. Ein Arzt wird deshalb häufig erst dann aufgesucht, wenn Schwächeerscheinungen oder gar Ohnmachtsanfälle nicht mehr herunterzuspielen sind. Folgende Symptome können auftreten:

Wie werden Rhythmusstörungen des Herzens diagnostiziert?

Um Herzstolpern und Extrasystolen, eine Tachykardie oder einen unregelmäßigen Herzschlag diagnostizieren zu können, muss der Herzschlag genau überprüft bzw. exakt gemessen und aufgezeichnet werden. Das geschieht mithilfe eines Elektrokardiogramms (EKG). Daneben können weitere Untersuchungsmethoden genutzt werden. Diese dienen vor allem dazu, die Beeinträchtigung von Herz und Herzschlag genauer zu definieren.

Was sind Herzrhythmusstörungen-Ursachen?

Der normale Herzschlag kann durch psychovegetative Störungen, d. h. Stress in all seinen Ausprägungen, aber auch durch Herzerkrankungen aus dem Takt geraten.

Herzerkrankungen, die Rhythmusstörungen auslösen können4:

  • koronare Herzkrankheit
  • Herzinsuffizienz
  • hypertensive Herzkrankheit
  • Herzklappenfehler
  • Kardiomyopathie
  • Myokarditis, Perikarditis
  • Vorhofmyxom
  • WPW-Syndrom, Brugada-Syndrom, Langes QT-Syndrom

Ursachen von Herzrhythmusstörungen ohne Herzerkrankung5:

  • Hyperthyreose
  • Karotissinussyndrom
  • Anämie
  • Stress, Angst
  • Genussgifte Alkohol, Kaffee oder Nikotin
  • neuromuskuläre Erkrankungen
  • Roemheld-Syndrom
  • infiltrative Systemerkrankungen

Welche Folgen haben Herzrhythmusstörungen?

Wenn das Herz zu langsam oder ungleichmäßig schlägt, muss das nicht immer negative Konsequenzen haben. Gelegentliche Irritationen können vorkommen und sind nicht zwangsläufig behandlungsbedürftig. Regelmäßiges oder wiederkehrendes Herzstolpern oder Vorhofflimmern kann jedoch langfristig die Gesundheit des Herzens beeinträchtigen und zu schwerwiegenden Problemen mit dem Herz-Kreislauf-System führen.

  • Herzrhythmusstörungen können Ohnmacht und Bewusstlosigkeit hervorrufen, wodurch die Verletzungsgefahr steigt.
  • Besteht bereits eine Herzinsuffizienz, kann sich diese verschlimmern.
  • Vorhofflimmern kann die Entstehung von Blutgerinnseln begünstigen. Dadurch droht langfristig ein Schlaganfall.
  • Im schlimmsten Fall lösen Herzrhythmusstörungen Kammerflimmern aus. Dieses ist durch eine extrem schnelle Herzfrequenz, aber gleichzeitig schwache Herzschläge gekennzeichnet, sodass nicht genug Blut durch den Körper gepumpt werden kann. Ohne notfallmedizinische Behandlung droht hier der plötzliche Herztod.

 

Wie werden Herzrhythmusstörungen behandelt?

Die Behandlung der Störung richtet sich zum einen nach der Ursache, zum anderen nach der Art der Arrhythmie. Während Extrasystolen vielfach harmlos und deshalb nicht behandlungsbedürftig sind, können manche Arrhythmien langfristig zu Herzschwäche, Schlaganfall oder plötzlichem Herztod führen. In diesem Fall ist eine Behandlung unbedingt erforderlich.

Tipps: Wie kann man Herzrhythmusstörungen vorbeugen?

Alles, was der Gesundheit des Herzens dienlich ist, kann dabei helfen, Herzrhythmusstörungen vorzubeugen. Dazu gehört in erster Linie ein gesunder, aktiver Lebensstil mit ausreichend Bewegung, einer gesunden Ernährung, Vermeidung von Stress und Übergewicht. Auch Genussgifte wie Nikotin und Alkohol sollten, wenn möglich, nicht oder nur in Maßen konsumiert werden. Zudem empfiehlt es sich, bei Auftreten von Herzstolpern oder ähnlichen Symptomen einen Arzt zu konsultieren, der prüft, welche Ursachen der Arrhythmie zugrunde liegen.

 

Woran erkennt man eine gute Klinik für Herzrhythmusstörungen?

Eine gute Klinik für Herzrhythmusstörungen verfügt über eine erfahrene Fachabteilung für Kardiologie. Das Vorhandensein eines Katheterlabors sowie die Anwendung moderner Diagnoseverfahren sprechen ebenfalls für eine gute Klinik. Zudem sollten die behandelnden Fachärzte sowohl in der konservativen Behandlung (Medikamente) als auch in der operativen Therapie (z. B. Implantation von Defibrillatoren oder Schrittmachern) erprobt sein. Das ist auch in vielen kleineren Kliniken mit guter kardiologischer Abteilung der Fall.

 

Quellenliste

1 Sommer, Philipp et al. „Herzrhythmusstörungen“, In: Deutscher Herzbericht 2021, Deutsche Herzstiftung e.V., Frankfurt am Main, September 2022, S. 71, https://herzstiftung.de/system/files/2022-09/DHB21-Herzbericht-2021.pdf (Datum des Zugriffs: 07.09.2023)

2 Deutsche Herzstiftung e.V. „Herzrhythmusstörungen: Die Ursachen sind vielfältig“, https://herzstiftung.de/infos-zu-herzerkrankungen/herzrhythmusstoerungen/ursachen (Datum des Zugriffs: 07.09.2023)

3 Thieme via medici „Herzrhythmusstörungen: Überblick“, https://viamedici.thieme.de/lernmodul/5006874/4958397/herzrhythmusstörungen+überblick (Datum des Zugriffs: 07.09.2023)

4 Duru, F. et al. „Herzrhythmusstörungen“, In: Battegay, Edouard: 2017, Differenzialdiagnose Innerer Krankheiten, Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart, S. 315, DOI: 10.1055/b-0037-142694, https://www.thieme-connect.de/products/ebooks/lookinside/10.1055/b-0037-142694 (Datum des Zugriffs: 07.09.2023)

5 ebd.

6 Deutsche Herzstiftung e.V. „Behandlung von Herzrhythmusstörungen“, https://herzstiftung.de/infos-zu-herzerkrankungen/herzrhythmusstoerungen/behandlung-und-therapie (Datum des Zugriffs: 07.09.2023)

7 aerzteblatt.de „AV-Knoten-Ablation und Schrittmacherimplantation bei Patienten mit Vorhofflimmern“, In: Dtsch Arztebl 2001; 98(40): A-2593 / B-2229 / C-2073, https://www.aerzteblatt.de/archiv/28899/AV-Knoten-Ablation-und-Schrittmacherimplantation-bei-Patienten-mit-Vorhofflimmern (Datum des Zugriffs: 07.09.2023)