Linksherzinsuffizienz

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Linksherzinsuffizienz in 30 Sekunden

  • Bei einer Linksherzinsuffizienz ist die Funktion der linken Herzkammer gestört.
  • Je nach Form kann sie das Blut nicht kräftig genug in den Körper pumpen oder sie füllt sich nicht ausreichend, weil sie zu steif ist.
  • Dadurch kann der Körper schlechter mit Sauerstoff versorgt werden, zugleich kann sich Blut in die Lunge zurückstauen.
  • Typische Beschwerden sind Atemnot bei Belastung oder im Liegen, verminderte Belastbarkeit, Müdigkeit, nächtlicher Husten und bei fortgeschrittener Erkrankung auch Einlagerung von Flüssigkeit.
  • Häufige Ursachen sind koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Herzklappenfehler oder Erkrankungen des Herzmuskels.
  • Die Behandlung richtet sich nach Ursache, Auswurffraktion, Beschwerden und Begleiterkrankungen und umfasst Medikamente, körperliches Training, Schulung, Behandlung der Auslöser und bei bestimmten Befunden auch implantierbare Geräte oder andere Eingriffe.

 

Was ist eine Linksherzinsuffizienz?

Die Linksherzinsuffizienz ist eine Form der Herzinsuffizienz (Herzschwäche), bei der die Pumpfunktion der linken Herzkammer eingeschränkt ist. Die linke Herzkammer kann das Blut entweder nicht kräftig genug auswerfen oder sich nicht ausreichend entspannen und füllen. Dadurch kann die Durchblutung des Körpers eingeschränkt sein. Zugleich können erhöhte Druckverhältnisse zu einem Rückstau in die Lunge führen.

Im Verlauf ist eine Ausweitung der Herzschwäche auf beide Herzkammern möglich (globale Herzinsuffizienz). Betroffen sind insbesondere ältere Menschen ab dem 65. Lebensjahr. Im Jahr 2023 litten knapp 5 % der deutschen Bevölkerung unter einer Schwäche des Herzens (keine Differenzierung zwischen Links- und Rechtsherzinsuffizienz).1

 

Welche Formen und Stadien der Linksherzinsuffizienz gibt es?

Die Herzinsuffizienz der linken Herzkammer kann nach Art der Funktionsstörung, Verlauf und Beschwerdebild eingeordnet werden. Das ist unter anderem für die Wahl der passenden Therapieform entscheidend.

Welche Symptome können auftreten?

Die Beschwerden überschneiden sich bei HFrEF, HFmrEF und HFpEF deutlich. Wie stark Atemnot, Müdigkeit, Belastungsschwäche oder Wassereinlagerungen auftreten, hängt weniger von der Form allein ab als von Schweregrad, Begleiterkrankungen und Flüssigkeitshaushalt. Bei akuter und chronischer Verlaufsform treten jedoch abweichende Beschwerdebilder auf:

Wie entsteht eine Linksherzinsuffizienz?

Eine Herzinsuffizienz entsteht meist als Folge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Herzschädigungen, wie sie bei einem Herzinfarkt auftreten können. Verschiedene Risikofaktoren können das Auftreten der Herzschwäche begünstigen. Für die Wahl der richtigen Therapie ist es entscheidend, die Ursache der eingeschränkten Pumpfunktion des Herzens zu identifizieren.

Wie erfolgt die Diagnose einer Linksherzinsuffizienz?

Bei Verdacht auf Linksherzinsuffizienz erfolgt zunächst eine sogenannte Basisdiagnostik. Dazu gehören Anamnese, körperliche Untersuchung, 12-Kanal-EKG und Blutuntersuchungen einschließlich BNP oder NT-proBNP. Bleibt der Verdacht bestehen, soll eine Echokardiographie durchgeführt werden. Sie zeigt unter anderem Größe, Wanddicke und Pumpfunktion der Herzkammern, Herzklappenfunktion und Hinweise auf erhöhte Druckverhältnisse. Weitere Untersuchungen wie Langzeit-EKG, Spiroergometrie, Kardio-MRT, CT oder Herzkatheter werden zur Diagnose nur eingesetzt, wenn sie therapeutisch relevant sind.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Therapie einer Herzinsuffizienz hängt von der Ursache, dem Schweregrad der Erkrankung sowie den individuellen Beschwerden des Patienten ab. Ziele der Therapie sind die Behandlung der Erkrankungsursachen, die Linderung von Symptomen und die Vermeidung von Komplikationen. Dafür wird in der Regel eine Kombination aus mehreren Therapiebausteinen empfohlen.

Wann ist eine OP notwendig?

Eine Operation oder ein interventioneller Eingriff kann notwendig werden, wenn eine behandelbare Ursache vorliegt, zum Beispiel eine schwere Herzklappenerkrankung oder relevante Durchblutungsstörung des Herzmuskels. Eine Herztransplantation oder ein Herzunterstützungssystem kommt erst bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz infrage, wenn trotz optimaler Therapie schwere Beschwerden vorliegen oder der Zustand des Patienten lebensbedrohlich wird.


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Welche Lebenserwartungen haben Betroffene mit einer Linksherzinsuffizienz?

Eine unregelmäßige Medikamenteneinnahme, fehlende Verlaufskontrollen oder Schwierigkeiten bei Bewegung, Ernährung und Selbstmanagement können den Verlauf ungünstig beeinflussen. Deshalb sind verständliche Schulungen, regelmäßige Betreuung und individuell realistische Therapieziele wichtig.

Wie kann man einer Linksherzinsuffizienz vorbeugen?

Die Herzschwäche entsteht meist als Folge anderer Herzerkrankungen. Die wichtigste Präventionsmaßnahme ist daher, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit und andere Belastungen des Herzens zu vermeiden. Das gelingt am besten durch Lebensstiländerungen und medizinische Maßnahmen:

  • Rauchstopp, denn Nikotin schädigt die Gefäße
  • Gewichtskontrolle, um die Herzbelastung und das Risiko für Bluthochdruck und Diabetes zu senken
  • Regelmäßige Bewegung zur Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems
  • Gesunde Ernährung zur Reduktion von Übergewicht und dem Risiko für koronare Herzkrankheit
  • Blutdruckkontrolle, um bei Hypertonie rechtzeitig geeignete Behandlungsmaßnahmen zu ergreifen
  • Behandlung von Vorerkrankungen, um Folgebelastungen für das Herz zu verringern
  • Stressreduktion, um eine zusätzliche Herzbelastung zu vermeiden
  • Regelmäßige ärztliche Kontrollen, um relevante Vorerkrankungen wie Diabetes oder Herzinfarkt zu behandeln

 

Woran erkennt man eine gute Klinik?

Eine geeignete Klinik oder kardiologische Einrichtung sollte eine strukturierte Herzinsuffizienz-Diagnostik anbieten, die Ursache klären, Begleiterkrankungen berücksichtigen und Medikamente leitliniengerecht einstellen. Wichtig sind Echokardiographie, Labor und Rhythmusdiagnostik, Erfahrung mit CRT oder ICD-Indikationsprüfung, Patientenschulung, Reha-Anbindung und eine verlässliche ambulante Nachsorge.

Kompetente Betreuung bieten in der Regel auch kleinere Krankenhäuser vor Ort, sofern sie über eine eigene Fachabteilung für Kardiologie verfügen. Sie gewährleisten eine wohnortnahe Versorgung von Patientinnen und Patienten mit einer Linksherzinsuffizienz und kooperieren oft mit größeren Herzzentren.

Neben einem kompetenten Team aus erfahrenen Fachärzten für Kardiologie und entsprechend geschulten MTAs, Pflegekräften und Therapeuten, sollte man auf eine moderne diagnostische Ausstattung und individuelle Therapieoptionen achten. Wichtig sind Echokardiographie, Labor und Rhythmusdiagnostik, Erfahrung mit CRT- oder ICD-Indikationsprüfung, Patientenschulung, ggf. Reha-Anbindung und eine verlässliche ambulante Nachsorge.

 

FAQs „Linksherzinsuffizienz“

Quellenliste

1 Gesundheitsatlas Deutschland des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) Herzinsuffizienz in Deutschland, 2023, „Herzinsuffizienz: Krankheitshäufigkeit in Deutschland je Geschlecht“, https://www.gesundheitsatlas-deutschland.de/erkrankung/herzinsuffizienz (Datum des Zugriffs: 26.05.2026)

2 Oremek GM, Passek K, Holzgreve F, von der Eltz V, Dröge J. Die Biomarker BNP und NT‑proBNP [The biomarkers BNP and NT-proBNP]. Zentralbl Arbeitsmed Arbeitsschutz Ergon. 2023;73(2):89-95. German. doi: 10.1007/s40664-022-00491-9. Epub 2023 Jan 16. PMID: 36686644; PMCID: PMC9842207, https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9842207/ (Datum des Zugriffs: 26.05.2026)

3 Wang T, Ji L, Li J, Zhang M, Han S, Hong Y. Exercise interventions for patients with heart failure: an evidence map. Front Sports Act Living. 2025 Mar 28;7:1557887. doi: 10.3389/fspor.2025.1557887. PMID: 40225204; PMCID: PMC11985756, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40225204/ (Datum des Zugriffs: 26.05.2026)

4 Neto VD, Costa G, Santos LF, et al. Adding implantable cardioverter-defibrillator to cardiac resynchronization therapy in patients with non-ischemic cardiomyopathy: a systematic review and meta-analysis with focus on elderly subpopulation. Journal of Geriatric Cardiology, 2025, 22(9): 775-783. https://doi.org/10.26599/1671-5411.2025.09.005, https://www.sciopen.com/article/10.26599/1671-5411.2025.09.005 (Datum des Zugriffs: 26.05.2026)