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Das Thema in 30 Sekunden

  • Eine Fistel ist ein röhrenartiger Gang, der eine unnatürliche Verbindung zwischen zwei Organen oder zwischen einem Organ und der Körperoberfläche bildet.
  • Besonders häufig tritt die sogenannte Analfistel auf, die für viele Betroffene mit Schmerzen, Entzündungen und anderen Beschwerden verbunden ist.
  • Eine frühzeitige ärztliche Abklärung und Behandlung ist wichtig, um Komplikationen wie Infektionen oder chronische Verläufe zu vermeiden.
  • In vielen Fällen ist ein operativer Eingriff die wirksamste Therapie.
  • Wird die Fistel nicht behandelt, kann sie zu anhaltenden Beschwerden führen und die Lebensqualität erheblich einschränken.

 

Was ist eine Fistel?

Eine Fistel ist ein krankhafter oder künstlich angelegter, röhrenförmiger Gang im Körper. Er verbindet zwei Hohlorgane, zum Beispiel Darm und Harnblase, oder ein Organ mit der Körperoberfläche. Fisteln bilden sich häufig infolge chronischer Entzündungen, Infektionen oder operativer Eingriffe.

Wer ist von Fisteln betroffen?

Fisteln können grundsätzlich in jedem Alter auftreten, betreffen aber am häufigsten Erwachsene zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Männer sind generell häufiger betroffen.1 Besonders häufig sind Analfisteln, die typischerweise im Zusammenhang mit Entzündungen im Analbereich entstehen. Die Häufigkeit lässt sich aufgrund der begrenzten Studienlage nicht zuverlässig bestimmen.

 

Gibt es unterschiedliche Arten von Fisteln?

Ja, Fisteln können in verschiedenen Körperregionen auftreten. Die Einteilung erfolgt in der Regel nach den beteiligten anatomischen Strukturen. Eine einheitliche medizinische Klassifikation gibt es bislang nicht, weshalb einzelne Fistelarten in der Fachliteratur unterschiedlich bezeichnet werden können. Hier sind einige Beispiele – die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Arteriovenöse Fistel – eine direkte Verbindung zwischen einer Arterie und einer Vene; sie kann angeboren, traumatisch oder therapeutisch (z.  bei Dialysezugängen) entstehen
  • Urethrovaginale Fistel – eine pathologische Verbindung zwischen der Harnröhre und der Vagina, meist Folge von Geburtstraumata, Operationen oder Bestrahlung
  • Rektovaginale Fistel – verbindet den Enddarm (Rektum) mit der Scheide, häufig verursacht durch Entzündungen (z.  Morbus Crohn), Operationen oder Geburtsverletzungen
  • Analfistel – ein entzündlich bedingter Gang zwischen dem Analkanal bzw. Rektum und der Haut im Bereich des Afters, meist infolge von Analfissuren oder Analabszessen
  • Enterokutane Fistel – verbindet den Dünn- oder Dickdarm mit der Haut, z.  nach Operationen, Entzündungen oder bei Tumorerkrankungen
  • Ohrfistel (präaurikuläre Fistel) – meist angeborener Gang im Bereich des äußeren Ohrs, der sich entzünden kann
  • Halsfistel – in der Regel angeboren, z.  als Überbleibsel der Kiemenbogenentwicklung
  • Zahnfistel (dentogene Fistel) – ein Entzündungsgang von einer infizierten Zahnwurzel nach außen zur Mundhöhle oder durch die Haut

 

Welche Symptome deuten auf eine Fistel hin?

Fisteln können je nach Lage im Körper sehr unterschiedliche Beschwerden verursachen. In vielen Fällen verlaufen sie zunächst unauffällig oder mit nur leichten Symptomen. Besonders im Bereich des Afters können die Beschwerden jedoch deutlich spürbar und belastend sein. Typische Symptome sind:

  • Nässende oder eitrige Absonderungen im Bereich des Afters
  • Schmerzen, insbesondere stechend oder pulsierend beim Sitzen oder Stuhlgang
  • Blutungen am After
  • Juckreiz oder Reizungen der Haut
  • Sichtbare oder tastbare kleine Öffnung in der Nähe des Afters
  • In schweren Fällen: unkontrollierter Stuhlabgang über die Fistelöffnung (selten)

Viele Patienten schämen sich wegen der Beschwerden und zögern, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dabei ist eine frühzeitige Abklärung wichtig, um Komplikationen zu vermeiden und die Lebensqualität zu erhalten!

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Wie entsteht eine Fistel?

Fisteln entstehen aus unterschiedlichen Ursachen – je nach betroffener Körperregion und Fistelart. In vielen Fällen bilden sie sich infolge von Entzündungen, manchmal sind sie aber auch angeboren oder medizinisch notwendig angelegt. Die genauen Entstehungsmechanismen sind nicht in allen Fällen vollständig geklärt.

Wie wird eine Fistel diagnostiziert?

Die Diagnostik richtet sich nach der Art und Lage der Fistel. Sie erfolgt meist in mehreren Schritten und kombiniert körperliche Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung einer Fistel richtet sich vor allem nach deren Lage, Ursache und Schweregrad. Während manche Fisteln konservativ behandelt werden können, ist bei vielen ein chirurgischer Eingriff notwendig, um Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden.

Wie kann man Fisteln vorbeugen?

Eine wirksame Methode, um Fisteln vorzubeugen, existiert nicht. In den meisten Fällen lassen sich die Prozesse, die zur Entstehung eines Fistelgangs führen, nicht beeinflussen. Eine gesunde Lebensführung mit ausgewogener Ernährung, Verzicht auf Rauchen und Alkohol sowie mit ausreichend Bewegung kann dennoch empfohlen werden. Zudem sollten Patienten, die Schmerzen am After oder die Absonderung eines Sekrets feststellen, möglichst umgehend einen Arzt aufsuchen.

 

Woran erkennt man eine gute Klinik für Fisteln?

Die Klinik sollte auf die jeweilige Fistelart spezialisiert sein. Bei Fisteln im Darm- oder Analbereich ist eine viszeralchirurgische Abteilung mit Erfahrung in Magen-Darm-Erkrankungen besonders wichtig. Gute Kliniken zeichnen sich aus durch:

  • Fachärzte für Viszeralchirurgie und Proktologie
  • Moderne Diagnostik, z.  transanaler Ultraschall oder MRT
  • Individuell angepasste Therapiekonzepte, sowohl konservativ als auch operativ
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit, etwa mit Gastroenterologie und Radiologie
  • Gute Aufklärung zu Behandlungsoptionen, Risiken und Nachsorge

Eine qualifizierte Beratung und transparente Kommunikation sind entscheidend für die richtige Wahl.

 

FAQs zu Fisteln

Quellenliste

1 Ommer, A., Herold, A., Berg, E. et al. S3-Leitlinie: Kryptoglanduläre Analfisteln. coloproctology 39, 16–66 (2017). https://doi.org/10.1007/s00053-016-0110-7, https://link.springer.com/article/10.1007/s00053-016-0110-7 (Datum des Zugriffs: 08.04.2025)

2 Ommer, A. Analfistel. coloproctology 44, 1–2 (2022). https://doi.org/10.1007/s00053-021-00574-w, https://link.springer.com/article/10.1007/s00053-021-00574-w (Datum des Zugriffs: 09.04.2025)

Gassel, L., Spiegl, F., Cira, K. et al. Fistulektomie mit primärer Sphinkterrekonstruktion bei transsphinktären Analfisteln. coloproctology 46, 274–281 (2024). https://doi.org/10.1007/s00053-024-00791-z, https://link.springer.com/article/10.1007/s00053-024-00791-z (Datum des Zugriffs: 09.04.2025)