
Wie viele Menschen sind in Deutschland von Osteoporose betroffen?
Osteoporose gilt heute als Volkskrankheit, die vor allem ältere Menschen betrifft. Wie häufig sie tatsächlich ist, lässt sich nur schwer genau erfassen, da die Krankheit oft über viele Jahre unentdeckt bleibt. Laut der großen europäischen SCOPE-Studie (2021) sind in Deutschland etwa 1,2 Mio. Männer und 4,5 Mio. Frauen betroffen – die meisten davon im Alter über 50 Jahre.1
Welche Symptome treten bei Osteoporose auf?
Im frühen Stadium verursacht Osteoporose keine spürbaren Beschwerden. Der Abbau der Knochendichte und die Veränderungen der Knochenstruktur verlaufen lange Zeit unbemerkt, daher sprechen Fachleute oft von einer „stillen Krankheit“. Im fortgeschrittenen Stadium zeigen sich deutliche Osteoporose-Symptome, die durch die zunehmende Instabilität der Knochen entstehen. Dazu gehören:
- Knochenbrüche (Frakturen) – besonders an Wirbelsäule, Hüfte oder Handgelenk
- Akute oder chronische Rückenschmerzen, häufig durch Wirbelkörperbrüche (Sinterungsfrakturen)
- Körpergrößenverlust, wenn Wirbel zusammensacken
- Haltungsveränderungen wie Rundrücken („Witwenbuckel“) oder Hohlkreuz
- Das seltene, aber typische „Tannenbaum-Phänomen“ – herabhängende Hautfalten am Rücken infolge Wirbelsäulenverkürzung
- Bewegungseinschränkungen und zunehmende Unsicherheit beim Gehen oder Stehen
Wie entsteht Osteoporose?
Der Knochenstoffwechsel des Menschen ist ein fein austariertes System aus Aufbau und Abbau. Gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance, kann über längere Zeit ein Knochenmasseverlust entstehen – die Grundlage der Osteoporose. Knochen bestehen aus einer kompakten Außenschicht (Kortikalis) und einer schwammartigen Innenschicht (Spongiosa). Die Spongiosa wird von feinen Knochenbälkchen durchzogen, die Stabilität verleihen und gleichzeitig elastisch bleiben.
Im gesunden Knochen erneuert sich dieses Gewebe fortlaufend: Alte Substanz wird durch Osteoklasten abgebaut, neue durch Osteoblasten aufgebaut. Bei einer Osteoporose verschiebt sich dieses Gleichgewicht. Der Abbau überwiegt den Aufbau, die Knochenbälkchen werden dünner, teilweise durchbrochen, und die Mikroarchitektur des Knochens verändert sich. Der Knochen verliert dabei an Dichte und Festigkeit – er wird brüchiger und kann schon bei geringer Belastung brechen.
Was sind Osteoporose-Ursachen und Risikofaktoren?
Die Entstehung einer Osteoporose ist multifaktoriell. Man unterscheidet zwischen primärer Osteoporose (meist alters- oder hormonbedingt) und sekundärer Osteoporose (Folge anderer Erkrankungen oder äußerer Einflüsse). Manche Risikofaktoren sind beeinflussbar, andere nicht.